Muzej/Museum Peršman

Koprivna pod Peco 3/Koprein-Petzen 3

Železna Kapla/Bad Eisenkappel

office@persman.at

+43(0)4238 25060

Über uns

Društvo/Verein Peršman

Der Društvo/Verein Peršman wurde 2001 in Klagenfurt gegründet, um die Verdienste des österreichischen, insbesondere des kärntner-slowenischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus im öffentlichen Gedächtnis zu fördern und zu seiner wissenschaftlichen Erforschung beizutragen. Der Verein beteiligt sich an der Auseinandersetzung mit der NS- und Widerstandsgeschichte und steht in Kontakt zu Institutionen und Gedenkorten weltweit.

Mittels vielfältiger Projekte verfolgt der Verein das Ziel, Zivilcourage in unserer Gesellschaft zu stärken – er positioniert sich vehement und öffentlich gegen rechtsextreme und faschistische Tendenzen der Gegenwart. Der Društvo/Verein Peršman unterstützt insbesondere die Weiterentwicklung und den Betrieb des Museums und der Gedenkstätte Peršmanhof in Bad Eisenkappel/Železna Kapla – dem einzigen Museum Österreichs, der an die Verfolgungs- und Widerstandsgeschichte der Kärntner Slowen*innen in der Zeit des Nationalsozialismus erinnert.

Mitglied werden und Spenden

Der Društvo/Verein Peršman ist ein gemeinnütziger Verein, der sein Budget ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Förderungen lukriert. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 15 Euro pro Jahr für Erwachsene, 10 Euro für Student*innen, Schüler*innen, Präsenzdienstleistende und Arbeitslose. Spenden für unsere ehrenamtliche Tätigkeit sind sehr willkommen!

Kontoinhaber: Društvo/Verein Peršman
Bank: Posojilnica Bank
BIC: VSGKAT2KXXX
IBAN: AT49 3910 0000 0310 3009

Tätigkeiten

Der Verein Peršman arbeitet kontinuierlich an verschiedensten Projekten, alle stehen in einem engen thematischen Zusammenhand mit dem Museum und der Gedenkstätte Peršmanhof. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Tätigkeitsbereiche des Vereines vor.

  • Museale Vermittlungsarbeit im Museum
    Die Trägerorganisation der Gedenkstätte und des Museums Peršmanhof ist der Verband der Kärntner Partisanen. Ein Kooperationsvertrag mit dem Verein Peršman regelt die Zusammenarbeit beider Organisationen. In diesem wird unter anderem die museale Vermittlungsarbeit am Peršmanhof dem Verein Peršman übertragen. Die mit der Vermittlungsarbeit betrauten Mitarbeiter*innen werden auf ihre Tätigkeit vorbereitet bzw. bringen sie dafür entsprechende Ausbildungen mit. Punktuell konzipieren sie eigens für Schulen entwickelte Vermittlungsprojekte zum Thema Nationalsozialismus und führen diese durch. Mittlerweile besteht ein Netzwerk überwiegend ehrenamtlich tätiger Mitarbeiter*innen, welche die museale Vermittlungsarbeit mit großer Begeisterung leisten. Die Vermittlungsarbeit nimmt damit einen großen Schwerpunkt in der laufenden Vereinsarbeit ein.
    2001
  • Kunst- und Kultur

    Mit dem Theaterstück „Elf Seelen für einen Ochsen“ machte die Regisseurin Tina Leisch – Obfrau des Verein Peršman in den Jahren 2001 bis 2004 – die Geschichte des Peršmanhofes weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Gleichzeitig gelang ihr mit den Aufführungen in Bad Eisenkappel/Železna Kapla, Klagenfurt/Celovec und Villach/Beljak eine Enttabuisierung des Themas auch innerhalb Kärntens. Uraufgeführt beim „Festival der Regionen“ im Jahr 2003 tourte das dokumentarisch angelegte Theaterstück durch mehrere Bundesländer Österreichs. Das Stück konfrontierte die Zuschauer*innen mit dem am Peršmanhof begangenen Kriegsverbrechen und seiner Justizgeschichte. „Gerade Theater kann eine Form von historischem Gedächtnis sein. Es ist gut, manche historische Alpträume öffentlich auf der Bühne zu träumen, um sie davon abzuhalten, sich in der wirklicheren Wirklichkeit wieder zu ereignen.“ (Tina Leisch)
    2003
  • Wissenschaft und Forschung
    Als Basis für eine schon damals geplante Museumsneugestaltung fungierte der Verein Peršman in den Jahren 2003 bis 2004 als Projektträger für ein umfassendes historisches und museumspädagogisches Forschungsprojekt. Unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Karl Stuhlpfarrer begannen – finanziert von Nationalfonds und Zukunftsfonds der Republik Österreich – historische Recherchen zum Peršmanverbrechen und zur Geschichte der umliegenden Höfe. Ein bedeutender Aktenfund – die Volksgerichtsakten zum durchgeführten Ermittlungsverfahren gegen Angehörige des SS- und Polizeiregiments 13 – erlaubten auf einer soliden Quellenbasis neue, gesicherte Forschungserkenntnisse: Zum einen konnte die Täterschaft für das Verbrechen am Peršmanhof erstmals eindeutig dem SS- und Polizeiregiment 13 zugeordnet werden, zum anderen ergaben sich neue Erkenntnisse im Bereich der Justizgeschichte. Eine zweite Arbeitsgruppe unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Peter Gstettner erarbeitete Vorschläge zu einer Museumskonzeption, die eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte Südkärntens anhand von Lebens- und Familienbiografien ermöglichen sollte.
    2003/2004
  • Bildungsprojekte
    Die Jahre 2007 und 2008 standen ganz im Zeichen länderübergreifender Bildungsprojekte mit Jugendlichen. „Zeit zu reisen – potovanje skozi čas“ war der Titel eines Jugendbegegnungsprojektes in Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Moringen in Niedersachsen (Deutschland). Dieses Projekt zeichnete sich durch einen innovativen Vermittlungsansatz aus, der die teilnehmenden Jugendlichen mit hoher Verantwortlichkeit in die Projektgestaltung einbezog. Die zweijährige Laufzeit des Projektes intensivierte die Auseinandersetzung der österreichischen und deutschen Teilnehmer*innen mit der NS-Geschichte, wobei die Verbindung von Moringen und Südkärnten das gemeinsame und verbindende Thema darstellte: Einige Jugendliche aus Bad Eisenkappel/Železna Kapla waren nach 1940 in das Jugendkonzentrationslager Moringen deportiert worden, weil sie oder ihre Familien unter Verdacht standen, die Partisan*innen unterstützt zu haben. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur als „Best-Practice-Projekt“ ausgezeichnet.
    2007/2008
  • Neugestaltung des Museums
    Die Neugestaltung der Dauerausstellung im Museum am Peršmanhof stellte seit der Gründung im Jahr 2001 ein zentrales Anliegen des Verein Peršman dar. 2012, im dreißigsten Bestandsjahr, wurde das Museum in enger Zusammenarbeit mit dem Verband der Kärntner Partisanen durch das Kurator*innenteam Dr.in  Lisa Rettl, Dr. Werner Koroschitz und Mag.a Uli Vonbank-Schedler völlig neu gestaltet und vergrößert. Auf einer Ausstellungsfläche von rund hundert Quadratmetern wurden neue Schwerpunkte geschaffen, die dem Ort, seinen Bewohner*innen und seiner Geschichte gerecht werden: Das Kriegsverbrechen und seine Justizgeschichte werden ebenso thematisiert wie die Familiengeschichte der Sadovniks und die Geschichte der Kärntner Slowen*innen mit den Hauptschwerpunkten Verfolgung, Deportation und Widerstand. Audiovisuelle Medien – Hörstationen und Filmbeiträge – sowie zahlreiche biografische Beispiele rücken die Erfahrungen von Zeitzeug*innen in den Mittelpunkt und machen die regionale Geschichte lebendig und nachvollziehbar.
    2011/2012
  • Ganztägige Jugendworkshops für Schulen
    Unsere Expert*innen für die Vermittlung musealer Ausstellungsinhalte und für die Museumspädagogik erarbeiteten spezielle Unterlagen für ganztägige Workshops von Schulklassen. So erfahren Jugendliche (vorwiegend höhere Jahrgänge der AHS/BHS) nicht nur von der Geschichte der Opfer vom Peršmanhof und vom Partisan*innenwiderstand in Südkärnten, sondern können auch selbst in Arbeitsgruppen und in improvisierten, gespielten Pressekonferenzen etwa die Zeit des Nazionalsozialismus mit den heutigen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus und der Ausländerfeindlichkeit am Beispiel von Themen wie Integration oder Flucht bearbeiten.
    ab 2017